18 | 12 | 2017

Statement

In meinen Arbeiten untersuche ich die Möglichkeiten und Auswirkungen bei der Verwendung von Software im künstlerischen Schaffensprozess.

Meine Arbeiten sind im Ergebnis Animationen, digital gedruckte Zeichnungen oder auch Skulpturen. Dennoch ist es mein Anliegen, auch ganz neue Ausdrucksformen zu suchen. Ich möchte gerade nicht einfach bloß Altbekanntes lediglich mit einer neuen Technik nachahmen. Die von mir verwendeten Programme erstelle ich grundsätzlich selbst. Das Programmieren ist ein wesentlicher Teil meines kreativen Prozesses. Dabei frage ich mich, ob sich die Intentionen eines Künstlers auch über dieses technische Medium transportieren lassen, und ob dies für den Betrachter im Ergebnis spürbar ist.

Bekanntermaßen wird Software fast immer über Quellcode erzeugt. Dieser hat für mich bei der Erzeugung von künstlerischen Arbeiten neue und ungewohnte Eigenschaften: Er beschreibt die erzeugte Arbeit sehr präzise. Damit kann der Entstehungsprozess und andere Aspekte einer Arbeit betrachtet werden. Andererseits ermöglicht er eine spätere Weiterentwicklung oder Neuinterpretation, sowohl durch den ursprünglichen Programmierer / Künstler als auch durch andere Menschen.

Software vergleiche ich gerne mit Musiknoten, mit deren Hilfe ein Komponist arbeitet. Die im Musikstück festgehaltenen Noten definieren das Stück, lassen anderen Musikern jedoch Raum für eigene Interpretationen. Dies sehe ich als einen grundlegenden Unterschied zu anderen Kunstwerken, die von ihren Urhebern als abgeschlossen und uneinsehbar in die Welt entlassen wurden.

In meinen kybernetischen Skulpturen setze ich Software als Bestandteil eines Werks ein, so dass es mehr ist als nur ein Werkzeug bei der Erstellung. Die Skulpturen haben damit ein Eigenleben gewonnen.Hinzu kommt, dass ein Programm ein Werk auf einer Meta-Ebene beschreiben und – ähnlich wie die Idee in der Konzeptkunst – eine stärkere Bedeutung erhalten kann als die ausgestaltete Arbeit selbst.

In my work, I examine the possibilities and effects of using software in the artistic creation process.

The results of my work are animations, digitally printed drawings or even sculptures. Nevertheless, it is my concern to look for new forms of expression. I just do not want to just mimic what's just known with a new technique. The programs I use are basically created by myself. Programming is an essential part of my creative process. I wonder whether the intentions of an artist can also be transported through this technical medium, and whether this is perceptible to the viewer.

It is well known that software is almost always generated by source code. This has new and unusual features for me in the production of artistic works: it describes the work produced very precisely. Thus, the process of creation and other aspects of a work can also be considered retrospectively. On the other hand, it allows a further development or reinterpretation, both by the original programmer or by other people.

I like to compare software with music notes, with the help of which a composer works. The notes recorded in the piece of music define the piece, but allow other musicians room for their own interpretations. This I regard as a fundamental difference to other works of art, which were released from their authors as closed and unseen into the world.

In my cybernetic sculptures, I use software as an integral part of a work so that it is more than just a tool in the creation. The sculptures have thus gained a life of their own. In addition, a program describes a work on a meta-level and - similar to the concept in conceptual art - can be given a stronger significance than the work itself.